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  • Unglück

    Mit allen diesen Namen – z.B. Ahriman, z.B. Vernunft, z.B. Unaufgeklärtheit, z.B. Materialismus, z.B. Klassenkampf – versuchten die Gründlichen, den  Polytheismus des Unglücks zu verwandeln in den Monotheismus des Unglücks – und das Glück so manipulierbar zu machen. Sie suchten ein festes begrenztes Ziel – für einen tödlichen Hieb gegen das Unglück. Man hat mit dem Mythos vom Unglück aber auch das Glück verdunkelt.

    Mit diesen Verdunkelungen hat dies Kapital zu tun.

    LUDWIG MARCUSE; Philosophie des Glücks (Seite 258 – am Ende des Kapitels „Die glücklichen Schöpfer des Unglücks“)

    Gehe es Stück für Stück an und befreie dich von narzisstischen Gedanken, dass nur du alleine nur dieses Unglück spürst !

    (ich)

  • Fließen

    Wenn sich Tropfen verjüngen – dann fallen sie 

    Was sich gleichmäßig ohne Stocken fortbewegt – fließt 

    Was sich von drinnen nach draußen bewegt – fließt heraus 

    Was dahinfließt – läuft unaufhörlich 

    Was in großer Menge strömt – ergießt sich 

    Wohin gelangt das, was strömt 

    Wohin mündet es (ein)

    Wie wird es Meer ?

  • Visionen eines Buchhalters

    Ein Kuss 

    ist schon ein Muss. 

    Berührt man Ihre Haut

    wird sie schon laut. 

    Sollte man sich auf ihr verlieren 

    kann’s die Sache enorm verkomplizieren.

    Man kann Sie dreh’n und wenden,

    jetzt soll’s nicht mal an den Lenden enden. 

    Schlussendlich öffnet Sie alle Schleusen/Türen.

    Wohin soll das noch führen?

    Sex 

    ist viel zu komplex.

    Ein schöner Rücken 

    kann doch auch entzücken!

    GEHT AUCH IN EINER MÄNNLICHEN VARIANTE  !

  • Gefallen

    Gefallen

    Als Kleinkind bin ich gefallen

    Als Alter werde ich wieder fallen

    Dazwischen tat ich viele Gefallen

    Jetzt mache ich Geschenke

    Das gefällt mir.

  • – es geht mir gut –

    Könnte heulen, vermisse Respekt 

    – für meine Hügel aus Lehm und Dreck

    – für meine Zangen aus gehärteten Spargelstangen

    – wenn ich mit dem Pinsel um Anerkennung winsel.

    Wer will das schon hören,

    ich kann ganze Schnittlauchwälder betören 

    und nicht nur weil sie mir gehören.

    Einzig meine Frau 

    sagt ich hätte keinen Hau.

  • Drehbuch zum Auftritt; Thema Promotionskosten

    VORSTELLUNG durch VERANSTALTER:

    (ernsthaft) „Was würde eigentlich mein Steuerberater dazu sagen?“

    Oder

    (Lacher provozierend) Kommt ‚nen Mann zum Steuerberater …

    BEGINN:

    Erwiderung:    Macht ‚nen Steuerberater ‚nen Witz.  …  (HaHa)

    Nabend, Horst Hilf-LOS, Steuerberater

    — Vor halbem Jahr kommt `nen Mandant zu mir.  Das muss ich Ihnen unbedingt erzählen.

    — Erst das übliche Hallöchen / Sosöchen; kennen Sie ja.

         Dann wird’s konkret   …

    Er:  —UFF Köllsch   Bimm letzte BusinessBreakfast hann isch festjestelllt  en Doktortittel  käm  joot aan. Den mach isch jetzt auch !  

    Ich: — Aaach was …  

           X         Aktiviere Mimik auf Interesse;

    Standart- Repertoir, Variante 1 : Bemühen : Klug ausschauen, nach  Motto,  wo lässt der denn denken.

    Er: — UFF Köllsch   Läst sisch doch bestimm als Werbe- oder

    Re-prä-sen-tationskosten aafsetze !?

    Ich: — Kommt drauf an ! – Was für ‚nen Doktortitel wollen Sie denn erwerben und wo?

    Er: — UFF Köllsch   Doktor der Ingenieur-wissenschaften, hier aan dr Uni in Woo-pertal.  Minne  Prof  spöllt bestimmt den Doktorvater. Beii demm  hann  isch noch jett jooot.

    Ich: X        Befehl an Gehirn: boooten !  Erfolgt !  

    Maske Sachverhaltseingabe: Fortbildungskosten im ausgeübten Beruf, denn Mandant arbeitet mit seiner Firma als Maschinenbauer  

      -und  – ist schon Dipl. Ing.

    Taste:  subsumieren!

    Ergebnis:  geht !

    Entspannt …

    Ich: — Das wird wohl geh’n, mein lieber Herr Scholli. – Das lässt sich als Betriebsausgaben absetzen, weil Sie vertiefende Kenntnisse in Ihrem ausgeübten Beruf erwerben. Die Kosten lässt das Finanzamt in unbeschränkter Höhe zum Abzug zu.

    Er: — UFF Köllsch    In uunbeschränk-ter Höhe?!!

          X  Ich sehe, wie seine Augen funkeln.

          — In unbeschränkter Höhe, Klasse!

    Gaanz entspannt …

    Ich: — Ja, das sind Betriebsausgaben, Ausgaben die betrieblich veranlasst sind. Übrigens § 4 Abs. 4 EStG, meine liebste Definition im Steuer-recht.  – Die lässt rrrichtig viel Spiel-raum für Ihre Phantasie. – Hier gibt’s keine so genannte Typisierung der Kosten – und keine Einschränkung hinsichtlich der Höhe der Kosten.  

    Er: — UFF Köllsch   Wat is met evtl. Kosten  – wenn isch misch dobeii onderstütze lasse?

    Ich: X         Meldung des Gehirns

           Achtung: â drohende Sachverhaltsabwandlung; artet in Arbeit aus !

          — Kommt drauf an Herr Scholli. Was haben Sie vor?

    Er: —UFF Köllsch    Isch such mir’en Studenten der dobeii für misch tädisch wääd.

    Ich: — Was soll der tun. Sie sprechen auf Band und der schreibt?

    Er: — UFF Köllsch   Nöö, der soll mir dobeii rischtig hellwe, inhaltlisch un so.

    Ich: — Inhaltlich,  dann muss das aber schon ein sehr  – begabter Student sein!?

    Er: — UFF Köllsch   Aber klar, der muss schon rischtisch  – wat drauf haben!

    Den setz’ isch dann von dr Steuer aff! Also Promotionskosten un so!

    Ich: — Was meinen Sie,  finden Sie so einen   – der Ihr Thema drauf hat.

     – Sie sind doch in Ihrem Laden   – rrrichtig spezialisiert.

    Er: — UFF Köllsch     Der soll mir dat Ding schriiwe!    

    Ich: X         Paaf! .. denke ich: ==> iis klaar:

    Achtung „Organ der SteuerRechtspflege“ :

    Entspannt und hilfreich gucken

    aktivieren Standart-Repertoire; Variante 2 : Gefasst reagieren, bei relativer Ahnungslosigkeit ==> also reden, ohne was Konkretes zu sagen …

          —         Na gut, mein lieber Herr Scholli, – wenn Sie sich das was kosten-lassen wollen, dann soll das ja auch klappen; – mit der Steuer, meine ich.   – Ich glaube, – da sollte ich in Ruhe mal etwas drüber nachdenken und Literatur studieren.

    Er: —UFF Köllsch      Dat haben andere doch auch schon dursch-je-krischt. Haben Se etwa Zweifel ?

    Ich: X        Meine Gesichtzüge geraten etwas in Unordnung. Mir wird heiß!

             Versuu-che  jetzt  locker zu wirken.

    Scheiße; da haben wir es wieder:

    Eingabemaske Gehirn: „question overfilled“ –– TILT !   

    Der schreibt ein Plagiat  und will das absetzen.

          —         Sie wollen das doch wirklich „durchkriegen“, oder? – Dann lassen Sie mich mal.   – Sie kennen doch meinen alten Spruch „Mit dem Wissen wächst der Zweifel!“

    Er: — UFF Köllsch   Sie allder Bedenken-trä jer! Ewer joot, dann mache Se mal.

    Ich:       — Wenn Sie’s durchkriegen wollen, dann mach’ ich’s ihnen wasserdicht. Eben nicht nach dem alten Spruch: 3 Juristen, 5 Meinungen …  

    Er: — UFF Köllsch   Okay, Hilf-LOS. Isch kann misch ja wie immer auf Sie verlassen. Und Diskretion bitte. Isch will so einige  in meiner

    Um je bung  überraschen.

    Und Tschüss Hilf-Los, Sie ru-fen misch an !

    Ich: —        Tschüss Herr Scholli. Ich ruf Sie an.

    X       Tja, jetzt hab ich den Salat. Bedenkenträger! Na suuper ! Ich hasse es !

    Wenig später bei der LiteraturRecheche:

    Betriebsausgaben sind Ausgaben die betrieblich veranlasst sind.

    ==> nützt ihm beruflich  –  aquisemäßig  ==> alles gut

    Gaanz langsam 

    Werbungskosten: Kosten zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen  — 

    § 9 Abs. 1 ==> Analogiebegriff im Bereich Überschusseinkünfte;

    ==> was spricht eigentlich dagegen ==> nix ==> alles ist gut !

    Dann aber; ich lese § 12 EStG

    also ==> nicht abzugsfähige Ausgaben prüfen !

    Gaanz langsam 

    ==> Kosten die die wirtschaftliche und gesellschaftlich Stellung des Steuerpflichtigen mit sich bringen sind nicht abzugsfähig, auch wenn sie zur Förderung des Berufs oder der Tätigkeit des Steuerpflichtigen erfolgen

    ==> Scheiße, bringt nix ==> jede Menge Urteile im Bereich Werbungs-kosten, wo’s eindeutig zugelassen wird â Werbungskosten / Betriebsausgaben letztlich inhaltsgleiche Auslegung   

    ==>  es Geht !! kaum zu glauben !!

    Kann das sein ??? 

    Drifte mit der Recherche immer weiter ab, hab völlig den Boden unter den Füßen verloren.

     Gaanz langsam

    ==> mein lieber Mandant Scholli begeht also eine Tat,   – die, als Verwaltungsgerichtsprozess endet,  – wenn sie entdeckt wird und die Uni das rauskriegt,    –  das er das Ding nicht selbst geschrieben hat. Das sagte doch kürzlich mein Freund Jonas, denke ich, Rechtsanwalt aus Berlin

    ==> nur, das kriegt ja keiner raus; also sind die Kosten  für seinen Ghostwriter abzugsfähig !   – faktisch

    § 40 Abgabenordnung – Gesetz- oder Sittenwidriges Verhalten

    ==> Für die Besteuerung ist es unerheblich, ob ein Verhalten, das den Tatbestand eines Steuergesetzes ganz oder zum Teil erfüllt,   – gegen ein gesetzliches Gebot   – oder Verbot   – oder gegen die guten Sitten verstößt.   

    ==> nach dem Motto  „legal / illegal = scheißegal“  es wird besteuert !!  

    auch die Gewinne eines Drogendealers werden besteuert; ne iis klaar ! weiß ich auch !

    ==> sagte mir noch vor einem halben Jahr die Freundin meiner Frau; Staatsanwältin für Wirtschaftskriminalität

    ==> die kriegen wir fast nie wegen des eigentlichen Delikts, aber wegen Steuerhinterziehung. 

    ==> Den Gewinn dieser Typen schöpfen wir gem. § 12 Nr. 4 EStG

    ==> Und das Allerbeste   – sagte sie damals: Die haben aus ihrem Deal Nixmehr und zahlen noch Steuern. Letztlich ziehen wir die Einnahmen ein und nicht den Gewinn nach Abzug der Betriebsausgaben.

    Die können ihre Betriebsausgaben faktisch garnicht absetzen,    – und warum Horst:

    ==>Weil die ‚ne Scheiß Buchhaltung haben !!!

    Jetzt bin ich wieder im Thema oder was ich dafür halte:

    – Nicht abziehbare Ausgaben  /  Strafen

    Laut Einkommensteuerkommentar gilt das auch die Kosten des Strafverfahrens, – der Strafverteidigung, nicht nur Geldstrafen, Geldbußen, Ordnungsgelder, Verwarnungsgelder, Abschöpfungen ….  (§12 Nr. 4  – R/H 12.3 Randziffer 12)

    Laangsaam

    ==>die Strafen werden als Kosten der privaten Lebensführung qualifiziert ==>ist eben nicht abziehbar

    Ich bin völlig fertig, explizit finde ich nichts bei meiner Recherche bezogen auf die Kosten die die Promotion selbst verursacht.

    ==> das scheint wohl abzugsfähig zu sein, denn nur die Strafen aufgrund der Rechtfolgen   nach der Entdeckung und Aburteilung sind nicht abzugsfähig. 

    Da helfen mir auch keine weiteren Urteile, wie „Einer trennt das Kabel einer Baustellenampel durch“ weil er wegen der defekten Ampel seinen wichtigen Geschäftstermin nicht sausen lassen will.

    ==> Schadenersatz wegen der kaputten Ampel ist nicht abzugsfähig wegen § 12 Nr. 4  â  nee is klaar, versteh’ ich.

    Selbst im „Lexikon Lohn und Personal“ zum Thema Unfallkosten

        ==>Die sind abzugsfähig;   – alles und die Schadenersatzleistungen auch!

    Außer: für den Eintritt des Unfalls sind    –private Gründe maßgebend,    – z.B. der Arbeitnehmer verursacht den Unfall unter Alkoholeinfluss.

    ==> Alkohol = privat, okay    – kann man noch verstehen !

    Mein Mandant schreibt seine Doktorarbeit nicht unter Alkohol 

    • verdammt, soll ich Scholli erzählen,  – alles okay ?
    • mach mal?   alles Betriebsausgeben?

    verdammte Tat,   – mich küsst ein Elch.

    Irgendwie sage ich mir mittlerweile 

    ==> muss wohl so sein; GEHT !

    Nur   – wenn nicht,  dann fliegt   mir  die ganze Kacke nur so um die Ohren  … 

    Ich checke noch mal alle Urteile über Pro-motionskosten,  deren Leitsätze ich schon gelesen habe  ==> nix, nix, verdammte Tat

    Okayi, Okayi  du Angsthase sag’s ihm: es geht !!  sag’s ihm !!

    Langsam

    Ich packe alle meine Urteile über Pro-motionskosten zusammen.

    Ich hab fertig,   – fix + fertig! 

    Doch    – eins der Urteile hat die Überschrift

    „KEINE ANERKENNUNG VON PRO-MOTIONSKOSTEN ALS ERWERBS-AUFWENDUNGEN  IN EINEM  ATYPISCHEN  FALL.

    Atypisch  HMMM,   – atypisch, wieso atypisch ?

    Da zahlt einer  48.206 DM an eine zwischen-geschaltete Gesellschaft zur Vermittlung eines Doktorvaters, sowie für die Vorbereitung auf eine Seminararbeit   – und für Forschungsarbeiten, Erstellung einer Themenliste,   – Erstellung des Manuskriptes   – sowie für weitere Dienstleistungen.

    ==> Holla, denke ich und lese weiter … 

    Langsam

    Der Steuerpflichtige konnte sogar belegen das seine Anstellung und Prokura nur erfolgte unter der Bedingung er würde Doktor. Also ein Muss für Ihn ?!!

    HMM Hmm

    In der Urteils-begründung finde ich:

    „Die Entscheidung … wird im Kern durch die tat-richterliche Wertung getragen   – für den beabsichtigten Erwerb des Doktortitels sei die Zahlung des vereinbarten Entgelts   und nicht für die eigene wissenschaftliche Leistung im Vordergrund gestanden;   – das Führen des angestrebten Titels sei durch persönliche Beweggründe zumindest mitbeeinflusst, weshalb die Vorschrift § 12 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes greife.“

    Also ==> Kosten die die wirtschaftliche und gesellschaftlich Stellung des Steuerpflichtigen mit sich bringt    – die sind nicht abzugsfähig,   

       – auch   – wenn sie zur Förderung des Berufs oder der Tätigkeit des Steuer-pflichtigen erfolgen! 

    Poaah  aber echt denke ich …

    …  hier geht’s doch die ganze Zeit um Fortbildungskosten,

        – also worum,     – um  die Vertiefung der eigenen Kenntnisse die der   Erwerbung,   Sicherung   und Erhaltung  seiner Einnahmen dienen sollen.

    Von wegen Fortbildung und Vertiefung seiner EIGENEN Kenntnisse.

    Nee   – der lässt schreiben    – und bleibt so schlau wie vorher !!

    Nix da, Betriebsausgaben â Kosten der privaten Lebensführung ânicht abzugsfähig also !!

    Ach,     – Du mein lieber Mandant Scholli,   – wie sag ich’s Dir ???

    Etwa ….

    ==> Und der Rat von der Geschicht,

          lerne was   – und promoviere nicht  ??      oder

    Fortbildung, Bildung    – egal

    Einbildung is auch ne Bildung  ?  

    Ich bin völlig hilflos !     

    Horst Hilf-LOS,   GUTEN ABEND

    ==>  TIEFE VERBEUGUNG 

    Auftritt   Veranstalter   —  Beifall spendend  :

    Vielen Dank

    Horst Hilf-LOS    alias  Jochen Stade

    Für die tieferen Einsichten ins Steuerrecht.

    In diesem Fall war ja vielleicht mal  das Steuerrecht gerecht !?

    Wenn gewünscht

    Frage an Stade

    Wird man als Steuerberater automatisch Komiker ?

    Oder / und

    Macht Ihnen Ihr Beruf eigentlich noch Spaß ?

    Bewusste Tat ==> Steuerhinterziehung prüfen / Steuerordnungswidrigkeit (=leichtfertige Steuerverkürzung)

    FA kriegt’s raus: § 173 Abs. 1 AO â nachträgliches Bekanntwerden neuer Tatsachen + Beweismittel  â kann zu ungunsten ändern !!

  • feuchtes toilettenpapier

    feuchtes toilettenpapier mit mandelöl

    ich denk‘ an dir so ganz voll vööl

    feuchtes toilettenpapier mit mandelöl

      auf es .  auf es .  Mit  gebrööll .

    feuchtes toilettenpapier mit honiggeschmack

      kommt auf meinen toast – zak zak zak .

    feuchtes toilettenpapier mit erdbeeraroma

      tipp: schnupper‘ nicht dran , sonst jahreskoma

    feuchtes toilettenpapier mit pistazien

      kribbelt ein bißchen , eine geht auch rinn‘

    feuchtes toilettenpapier mit nägeln drauf

      ist nur für den einmaligen gebrauch

  • Varieté

    Der Besuch des Varietés ist das worauf ich mich schon lange freue.

    Auf dem Weg dahin entfaltet sich eine wohlige Vorfreude. Ich möchte einfach nur eintauchen, mich einlassen auf – egal was gegeben wird. Schon am Eingang werde ich begrüßt als wäre ich der Ehrengast, obwohl noch 100 andere kommen zu denen (?) Sie einfach nur freundlich ist? Sie, die Fantasie meiner schlaflosen Nächte!?

    Im Foyer werde ich liebevoll an einem Stehtisch platziert und mit einem Café-Orange überrascht. Entweder kennt Sie mich oder weiß was ich mag.

    Als vor Bühne der Vorhang aufgeht, ich im Parkett des Saals, ist Sie die Conférencieuse – es gibt Sie wirklich – die sich für mich angezogen hat. Ihre Augen richten sich auf mich. Ihre einladende Präsenz wirkt wie eine persönliche Umarmung, die alles verheißen kann aber nichts verspricht. Ich lehne mich entspannt zurück und nippe an meinem Crémant.

    Von da an will ich SIE.

    In der Mitte des Abends präsentiert Sie sich, eine Mischung aus Grande Dame und Amazone, als Magierin.

    Da steht eine Riesenkiste. Ihr Blick fällt auf mich. Ich bin der Erwählte aus dem Publikum. Liebevoll-bestimmt deutet Sie fordernd auf mich. Ich komme auf die Bühne. Es ist mir mittlerweile egal ob sie mich zersägst oder verschwinden lässt. Sie darf alles mit mir machen. … Ich überlebe es unbeschadet und glücklich.

    Später bei der Trapeznummer bin ich bereits in Trance. Ich sehe mich als Luftakrobat. Ich bin der Fänger im Fangstuhl der auf Sie wartet.

    Trommelwirbel!

    Sie, diesmal die Fliegerin, stürzt sich von der Plattform.

    Salto mortale, ohne Netz! Da hab ich sie. Unsere Hände umgreifen sich mit einem kleinen Klatsch unserer beiden Handgelenke.

    Gefangen! Tosendender Applaus.

    Dann wird die Schaukel, die ich noch mit den Beinen umklammere, und sie unter mir, sanft auf die Bühne gelassen, die Scheinwerfer auf uns gerichtet. Ein tolles Paar!

    Ich liebe diese Welt. Sie hat was Extravagantes, mondänes und unkonventionelles. Diese Körperlichkeit, diese hinreißende Sinnlichkeit.

    Die Vorstellung ist zu Ende, der Vorhang fällt.

    Meine Begierde füllt mich aus.

    Beim Rausgehen vor dem Eingang sehe ich Sie , im Nebel Ihres Zigarettenrauchs. Dann dreht Sie sich plötzlich um, den Kopf leicht schräg im Nacken, und schenkt mir mit Ihrem sinnlichen Mund einen Luftkuss. 💋

    Ich bin Ihren Bann !

    Ich bin verloren.

    Es ist das was Sie wollte?

  • auf der Treppe

    Er stand da. Auf der Treppe – hinten raus – und schaute. 

    Eine Zigarette in der Hand. Sein Spielbein – links – brauchte keinen Druck. 

    Er stand da. Die linke Hand umfasste die Schachtel in der Hosentasche. 

    2 Grad Celsius war es – gefühlt. Nur einen Pullunder hatte er an; keinen Mantel, keine Mütze. 

    Der Blick folgte den grauen Wölkchen, die allmählich vorbei zogen. Ein Kamin in einiger Entfernung rauchte – ein bisschen. 

    Seine Frau war mit Freunden spazieren. Er hatte sie ziehen lassen. Im Kopf tat sich nichts. Eine milde besondere Wärme durchzog ihn. 

    Er war ganz weit weg – und doch sehr bei sich.