Kategorie: Kunst/Kultur/Rezensionen

  • Wortgeklingel

    Wortgeklingel hoch12

    Mehr und mehr wurde mein Hirn zu seiner eigenen Welt.

    Das Herausgerissensein aus allen Zusammenhängen, Geschwulst aus Wörtern und Gedanken markierten den beginnenden Fiebertraum. In ihm schuf ich eine Brücke vom Fisch zum Festland.

    Arrivederci Genossin Sonne.

    Das sind Momente wo Argumente belanglos werden und Umhängelebkuchen mit „Du irrer Liebling“ jegliche Romantik in Frage stellen.

  • Parkhaus

    Das dystopische Science-Fiction-Drama hatte seine Wirkung auf mich nicht verfehlt. Der Film hatte Überlänge. Ich ging durch die menschenleere düstere Straßenschlucht zurück zum Parkhaus. Gott sei Dank war der Weg nicht weit. 

    Hektisch tippte ich den EinlassCode an der Tür des stockdunkelen Parkhauses unter dem Strahl meines Handylichts an der Tür zum Raum des Kassenautomaten. Von Zeit zu Zeit blinkte das Licht klickend auf. Geräusche im uralten City-Gebäude? Gespenstisch. Der 20€-Schein wurde eingezogen und das Parkticket klackend wieder ausgespuckt, während eine Serie von Münzen mit einem nicht enden wollendem metalllischen Klirren in der Rückgabemulde landete und die dröhnende Stille übertönte. Ich wurde noch unruhiger. 

    Auf dem Weg zum Auto in die höheren Etagen des stark renovierungsbedürftigen Kastens ging ich den Fahrweg. Treppenhaus, never. Fast steif in meinem vermeintlich schützenden Panzeranzug hatte ich einen schweren, fast mechanisch anmutenden Gang. Die festen Schritte hallten und machten den Eindruck Springerstiefel gingen im Gleichschritt mit mir. Jeder meiner Schritte vermittelte das Gefühl als wäre der Boden, vom dem sich meine Füße lösen mussten, leicht magnetisch. Vor der Tür meines Autos verstummten die fremden Springerstiefel. Im Halbdunkel, schnappte der Autoschlüssel mit dem Geräusch eines Klappmessers auf, sodass ich erst richtig zusammenzuckte. Schnell Tür auf, rein, und donnernd zu. Hinter dem Lenkrad ertastete ich, fast rasend vor Angst, zitternd die Gesamtverriegelung des Fahrzeugs. AlleTürenKlack.

    Durchatmen. 

    Wie ich die Serpentinen runter zur Ausfahrtschranke genommen habe, BlackOut. 

    Unten, vor dem Rolltor, musste die Fahrerscheibe für das Ticket noch einmal auf?? Mein Gefühlsgedächtnis: schweißgebadet. Ich starrte ein gefühlte Ewigkeit nach vorne, bis ein Spalt des Tores den Weg freigab …

  • nicht nett

    Nicht nett

    Bier her, Bier her oder ich fall um.

    Es gibt kein Bier auf Hawaii, einerlei. 

    In München steht zwar ein Hofbräuhaus, 

    doch zu weit, oh graus. 

    Dann im Krug zum grünen Kranze, 

    machen wir das Ganze. 

    Aber woher nehmen? 

    Drum, konstruktiver Vorschlag: wir versaufen der Oma ihr klein‘ Häuschen, ohne Päuschen. 

    Trink, trink, Brüderlein trink, bevor – als Enkel reicht der Freibetrag nicht aus – das Ungeheuer, die Schenkungsssteuer …

    Ein Prosit der Gemütlichkeit.

  • zu Bildern von Cy Twombly 

    Es sind seine sinnlichen und emotionalen Ansprachen. Das ist intellektuell für mich nicht beschreibbar. Ich finde über lange lange Phasen immer mehr Details die mich inspirieren. Nicht das ich eine bessere Gesamtaussage des Bildes habe. Es ist die Summe der Details, die mich den Bildern näher und näher bringen. Ich suche keinen Sinn des Bildes oder eine Absicht des Künstlers. Den oder die mache ich für mich allein selber. Ich darf nur nicht zu schnell mit ihm (=Bild) fertig sein. Das würde mich langweilen. Es muss mich einfach immer wieder, teilweise noch nach Jahren, in sich hineinziehen.

    Das geht mir auch mit selbst gemalten Bildern so. Manche sind auf eine Weise entstanden die mir im Nachhinein nicht erklärlich ist; als wäre ich in Trance gewesen. 🤷‍♂️ 

    Natürlich sind der Werdegang, die Lebensumstände des Schaffenden interessant, der soziale und philosophische Hintergrund. Es sind die verschiedenen Blickwinkel wie man draufschaut. Ich bin ja selbst mehrere Personen, also guck ich immer wieder anders und neu ….

    Für mich ist das Chaos und Ordnung in Harmonie 😉

  • Stereo

    Nach dem Konzert am Stehtisch.
    Ich hätte gern zwei CDs.
    Mit hochbezogenen Augenbrauen und erstauntem Gesicht, Zweiii? Weihnachtsgeschenke?
    Nö, ich will’s noch mal in Stereo hören.😉

  • Maestro

    Solopianokonzert im LOCH, Shai Maestro, als Jazzer auf Wikipedia beschrieben.

    Spielte irgendwas zwischen Klassik und Neuer Musik mit Mini-Jazz-Improvisations-Sprengseln.

    Alle meine Erwartungen wurden gebrochen. 

    Ein Spiel am oberen Ende der mittleren Tempi, Andante molto bis Moderato con moto, aber niemals Allegro.

    Er hätte gekonnt, machte er aber nicht. 

    Ab dem 3. Stück begriff ich und war fasziniert. 

    Er erzeugte Spannung bis zum Äußersten durch Zurückhaltung und ohne zu zeigen was noch ginge.

  • Liebende

    Ich stehe in der geöffneten Balkontür.

    Der Himmel ist grau und es nieselt leicht.

    Ich sehe ganz versonnen auf die kleinen Geländer, die sonst die Blumenkisten aufnehmen und halten.

    Zwei kleine Regenbäuchlein bilden sich auf den  gegenüberliegenden Seiten des vorderen Geländers.

    Die Oberflächenspannung hält sie noch.

    Sie reichern sich leicht an und schweben auf der minimalen fast unsichtbaren leichten Krümmung in der Mitte wie zwei Liebende auf sich zu.

    Jetzt treffen sie sich, Match, sind vereint als Paar und tropfen in einem einzigen Kügelchen ab.

  • Selbstgespräch

    Alles muss raus, 

    sagte ich mir

    – auf der Klobrille

  • ?

    Connaisseuse 

    Diseuse

    Séducteuse

    Masseur 

    Fritteuse

    Presseuse

    Mousseuse

    Vanillesauce

  • Literaturnobelpreis ?

    Die Feuerleiter hat Sinn

    um die Wurst

    ist ein Geflecht ungerecht? 

    Helene Weigel

    wie gut Schlaf tut

    macht Unsinn Sinn?

    weiter auf der Hühnerleiter

    da lang, nach Da Nang