Kategorie: Kunst/Kultur/Rezensionen

  • Fühlen

    Lange Nächte 

    Gedanken 

    Träume mit Dir

    tragen 

    Fühlen 

    Gegenwart spüren 

    durch Dich 

    Fühlen

    spüren mit Dir

    Sein

  • Pathos

    Wie geht das?
    Wie muss es sein, damit es genügt?
    Unvorhergesehen?
    Ist das Glück?
    Sich schutzlos zu machen,
    loszulassen und hinzugeben –
    sich im Moment beschützt fühlen zu dürfen, zu empfangen –
    im Äußersten?

    Wie geht das?
    Wie muss es sein, damit es genügt?
    In der Kunst?
    Sich schutzlos zu machen,
    loszulassen und geben –
    im Äußersten?

  • WENN …

    Wenn die Spinnereien wieder da sind 

    wenn sich das lustvolle Chaos ausbreitet – die Ideen kommen 

    wenn ich wieder Luftlöcher gucken kann

    wenn ich mich wieder ausdrücken kann 

    wenn wieder Bilder im Kopf entstehen 

    dann „sehe“ ich Dich 

    wenn das plötzliche Heulen wieder da ist 

    wenn ich wieder hungrig auf Neues bin 

    dann leuchtet alles

    die Farben changieren 

    dann kann ich wieder loslassen – mich hingeben – nur genießen 

    ich will fühlen – nicht ordnen 

    dann spüre ich mich – Leben 

    es ordnet sich von selbst – irgendwann 

    Jetzt – die Zukunft hat Zeit

  • Fließen

    Wenn sich Tropfen verjüngen – dann fallen sie 

    Was sich gleichmäßig ohne Stocken fortbewegt – fließt 

    Was sich von drinnen nach draußen bewegt – fließt heraus 

    Was dahinfließt – läuft unaufhörlich 

    Was in großer Menge strömt – ergießt sich 

    Wohin gelangt das, was strömt 

    Wohin mündet es (ein)

    Wie wird es Meer ?

  • Gefallen

    Gefallen

    Als Kleinkind bin ich gefallen

    Als Alter werde ich wieder fallen

    Dazwischen tat ich viele Gefallen

    Jetzt mache ich Geschenke

    Das gefällt mir.

  • – es geht mir gut –

    Könnte heulen, vermisse Respekt 

    – für meine Hügel aus Lehm und Dreck

    – für meine Zangen aus gehärteten Spargelstangen

    – wenn ich mit dem Pinsel um Anerkennung winsel.

    Wer will das schon hören,

    ich kann ganze Schnittlauchwälder betören 

    und nicht nur weil sie mir gehören.

    Einzig meine Frau 

    sagt ich hätte keinen Hau.

  • Drehbuch zum Auftritt; Thema Promotionskosten

    VORSTELLUNG durch VERANSTALTER:

    (ernsthaft) „Was würde eigentlich mein Steuerberater dazu sagen?“

    Oder

    (Lacher provozierend) Kommt ‚nen Mann zum Steuerberater …

    BEGINN:

    Erwiderung:    Macht ‚nen Steuerberater ‚nen Witz.  …  (HaHa)

    Nabend, Horst Hilf-LOS, Steuerberater

    — Vor halbem Jahr kommt `nen Mandant zu mir.  Das muss ich Ihnen unbedingt erzählen.

    — Erst das übliche Hallöchen / Sosöchen; kennen Sie ja.

         Dann wird’s konkret   …

    Er:  —UFF Köllsch   Bimm letzte BusinessBreakfast hann isch festjestelllt  en Doktortittel  käm  joot aan. Den mach isch jetzt auch !  

    Ich: — Aaach was …  

           X         Aktiviere Mimik auf Interesse;

    Standart- Repertoir, Variante 1 : Bemühen : Klug ausschauen, nach  Motto,  wo lässt der denn denken.

    Er: — UFF Köllsch   Läst sisch doch bestimm als Werbe- oder

    Re-prä-sen-tationskosten aafsetze !?

    Ich: — Kommt drauf an ! – Was für ‚nen Doktortitel wollen Sie denn erwerben und wo?

    Er: — UFF Köllsch   Doktor der Ingenieur-wissenschaften, hier aan dr Uni in Woo-pertal.  Minne  Prof  spöllt bestimmt den Doktorvater. Beii demm  hann  isch noch jett jooot.

    Ich: X        Befehl an Gehirn: boooten !  Erfolgt !  

    Maske Sachverhaltseingabe: Fortbildungskosten im ausgeübten Beruf, denn Mandant arbeitet mit seiner Firma als Maschinenbauer  

      -und  – ist schon Dipl. Ing.

    Taste:  subsumieren!

    Ergebnis:  geht !

    Entspannt …

    Ich: — Das wird wohl geh’n, mein lieber Herr Scholli. – Das lässt sich als Betriebsausgaben absetzen, weil Sie vertiefende Kenntnisse in Ihrem ausgeübten Beruf erwerben. Die Kosten lässt das Finanzamt in unbeschränkter Höhe zum Abzug zu.

    Er: — UFF Köllsch    In uunbeschränk-ter Höhe?!!

          X  Ich sehe, wie seine Augen funkeln.

          — In unbeschränkter Höhe, Klasse!

    Gaanz entspannt …

    Ich: — Ja, das sind Betriebsausgaben, Ausgaben die betrieblich veranlasst sind. Übrigens § 4 Abs. 4 EStG, meine liebste Definition im Steuer-recht.  – Die lässt rrrichtig viel Spiel-raum für Ihre Phantasie. – Hier gibt’s keine so genannte Typisierung der Kosten – und keine Einschränkung hinsichtlich der Höhe der Kosten.  

    Er: — UFF Köllsch   Wat is met evtl. Kosten  – wenn isch misch dobeii onderstütze lasse?

    Ich: X         Meldung des Gehirns

           Achtung: â drohende Sachverhaltsabwandlung; artet in Arbeit aus !

          — Kommt drauf an Herr Scholli. Was haben Sie vor?

    Er: —UFF Köllsch    Isch such mir’en Studenten der dobeii für misch tädisch wääd.

    Ich: — Was soll der tun. Sie sprechen auf Band und der schreibt?

    Er: — UFF Köllsch   Nöö, der soll mir dobeii rischtig hellwe, inhaltlisch un so.

    Ich: — Inhaltlich,  dann muss das aber schon ein sehr  – begabter Student sein!?

    Er: — UFF Köllsch   Aber klar, der muss schon rischtisch  – wat drauf haben!

    Den setz’ isch dann von dr Steuer aff! Also Promotionskosten un so!

    Ich: — Was meinen Sie,  finden Sie so einen   – der Ihr Thema drauf hat.

     – Sie sind doch in Ihrem Laden   – rrrichtig spezialisiert.

    Er: — UFF Köllsch     Der soll mir dat Ding schriiwe!    

    Ich: X         Paaf! .. denke ich: ==> iis klaar:

    Achtung „Organ der SteuerRechtspflege“ :

    Entspannt und hilfreich gucken

    aktivieren Standart-Repertoire; Variante 2 : Gefasst reagieren, bei relativer Ahnungslosigkeit ==> also reden, ohne was Konkretes zu sagen …

          —         Na gut, mein lieber Herr Scholli, – wenn Sie sich das was kosten-lassen wollen, dann soll das ja auch klappen; – mit der Steuer, meine ich.   – Ich glaube, – da sollte ich in Ruhe mal etwas drüber nachdenken und Literatur studieren.

    Er: —UFF Köllsch      Dat haben andere doch auch schon dursch-je-krischt. Haben Se etwa Zweifel ?

    Ich: X        Meine Gesichtzüge geraten etwas in Unordnung. Mir wird heiß!

             Versuu-che  jetzt  locker zu wirken.

    Scheiße; da haben wir es wieder:

    Eingabemaske Gehirn: „question overfilled“ –– TILT !   

    Der schreibt ein Plagiat  und will das absetzen.

          —         Sie wollen das doch wirklich „durchkriegen“, oder? – Dann lassen Sie mich mal.   – Sie kennen doch meinen alten Spruch „Mit dem Wissen wächst der Zweifel!“

    Er: — UFF Köllsch   Sie allder Bedenken-trä jer! Ewer joot, dann mache Se mal.

    Ich:       — Wenn Sie’s durchkriegen wollen, dann mach’ ich’s ihnen wasserdicht. Eben nicht nach dem alten Spruch: 3 Juristen, 5 Meinungen …  

    Er: — UFF Köllsch   Okay, Hilf-LOS. Isch kann misch ja wie immer auf Sie verlassen. Und Diskretion bitte. Isch will so einige  in meiner

    Um je bung  überraschen.

    Und Tschüss Hilf-Los, Sie ru-fen misch an !

    Ich: —        Tschüss Herr Scholli. Ich ruf Sie an.

    X       Tja, jetzt hab ich den Salat. Bedenkenträger! Na suuper ! Ich hasse es !

    Wenig später bei der LiteraturRecheche:

    Betriebsausgaben sind Ausgaben die betrieblich veranlasst sind.

    ==> nützt ihm beruflich  –  aquisemäßig  ==> alles gut

    Gaanz langsam 

    Werbungskosten: Kosten zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen  — 

    § 9 Abs. 1 ==> Analogiebegriff im Bereich Überschusseinkünfte;

    ==> was spricht eigentlich dagegen ==> nix ==> alles ist gut !

    Dann aber; ich lese § 12 EStG

    also ==> nicht abzugsfähige Ausgaben prüfen !

    Gaanz langsam 

    ==> Kosten die die wirtschaftliche und gesellschaftlich Stellung des Steuerpflichtigen mit sich bringen sind nicht abzugsfähig, auch wenn sie zur Förderung des Berufs oder der Tätigkeit des Steuerpflichtigen erfolgen

    ==> Scheiße, bringt nix ==> jede Menge Urteile im Bereich Werbungs-kosten, wo’s eindeutig zugelassen wird â Werbungskosten / Betriebsausgaben letztlich inhaltsgleiche Auslegung   

    ==>  es Geht !! kaum zu glauben !!

    Kann das sein ??? 

    Drifte mit der Recherche immer weiter ab, hab völlig den Boden unter den Füßen verloren.

     Gaanz langsam

    ==> mein lieber Mandant Scholli begeht also eine Tat,   – die, als Verwaltungsgerichtsprozess endet,  – wenn sie entdeckt wird und die Uni das rauskriegt,    –  das er das Ding nicht selbst geschrieben hat. Das sagte doch kürzlich mein Freund Jonas, denke ich, Rechtsanwalt aus Berlin

    ==> nur, das kriegt ja keiner raus; also sind die Kosten  für seinen Ghostwriter abzugsfähig !   – faktisch

    § 40 Abgabenordnung – Gesetz- oder Sittenwidriges Verhalten

    ==> Für die Besteuerung ist es unerheblich, ob ein Verhalten, das den Tatbestand eines Steuergesetzes ganz oder zum Teil erfüllt,   – gegen ein gesetzliches Gebot   – oder Verbot   – oder gegen die guten Sitten verstößt.   

    ==> nach dem Motto  „legal / illegal = scheißegal“  es wird besteuert !!  

    auch die Gewinne eines Drogendealers werden besteuert; ne iis klaar ! weiß ich auch !

    ==> sagte mir noch vor einem halben Jahr die Freundin meiner Frau; Staatsanwältin für Wirtschaftskriminalität

    ==> die kriegen wir fast nie wegen des eigentlichen Delikts, aber wegen Steuerhinterziehung. 

    ==> Den Gewinn dieser Typen schöpfen wir gem. § 12 Nr. 4 EStG

    ==> Und das Allerbeste   – sagte sie damals: Die haben aus ihrem Deal Nixmehr und zahlen noch Steuern. Letztlich ziehen wir die Einnahmen ein und nicht den Gewinn nach Abzug der Betriebsausgaben.

    Die können ihre Betriebsausgaben faktisch garnicht absetzen,    – und warum Horst:

    ==>Weil die ‚ne Scheiß Buchhaltung haben !!!

    Jetzt bin ich wieder im Thema oder was ich dafür halte:

    – Nicht abziehbare Ausgaben  /  Strafen

    Laut Einkommensteuerkommentar gilt das auch die Kosten des Strafverfahrens, – der Strafverteidigung, nicht nur Geldstrafen, Geldbußen, Ordnungsgelder, Verwarnungsgelder, Abschöpfungen ….  (§12 Nr. 4  – R/H 12.3 Randziffer 12)

    Laangsaam

    ==>die Strafen werden als Kosten der privaten Lebensführung qualifiziert ==>ist eben nicht abziehbar

    Ich bin völlig fertig, explizit finde ich nichts bei meiner Recherche bezogen auf die Kosten die die Promotion selbst verursacht.

    ==> das scheint wohl abzugsfähig zu sein, denn nur die Strafen aufgrund der Rechtfolgen   nach der Entdeckung und Aburteilung sind nicht abzugsfähig. 

    Da helfen mir auch keine weiteren Urteile, wie „Einer trennt das Kabel einer Baustellenampel durch“ weil er wegen der defekten Ampel seinen wichtigen Geschäftstermin nicht sausen lassen will.

    ==> Schadenersatz wegen der kaputten Ampel ist nicht abzugsfähig wegen § 12 Nr. 4  â  nee is klaar, versteh’ ich.

    Selbst im „Lexikon Lohn und Personal“ zum Thema Unfallkosten

        ==>Die sind abzugsfähig;   – alles und die Schadenersatzleistungen auch!

    Außer: für den Eintritt des Unfalls sind    –private Gründe maßgebend,    – z.B. der Arbeitnehmer verursacht den Unfall unter Alkoholeinfluss.

    ==> Alkohol = privat, okay    – kann man noch verstehen !

    Mein Mandant schreibt seine Doktorarbeit nicht unter Alkohol 

    • verdammt, soll ich Scholli erzählen,  – alles okay ?
    • mach mal?   alles Betriebsausgeben?

    verdammte Tat,   – mich küsst ein Elch.

    Irgendwie sage ich mir mittlerweile 

    ==> muss wohl so sein; GEHT !

    Nur   – wenn nicht,  dann fliegt   mir  die ganze Kacke nur so um die Ohren  … 

    Ich checke noch mal alle Urteile über Pro-motionskosten,  deren Leitsätze ich schon gelesen habe  ==> nix, nix, verdammte Tat

    Okayi, Okayi  du Angsthase sag’s ihm: es geht !!  sag’s ihm !!

    Langsam

    Ich packe alle meine Urteile über Pro-motionskosten zusammen.

    Ich hab fertig,   – fix + fertig! 

    Doch    – eins der Urteile hat die Überschrift

    „KEINE ANERKENNUNG VON PRO-MOTIONSKOSTEN ALS ERWERBS-AUFWENDUNGEN  IN EINEM  ATYPISCHEN  FALL.

    Atypisch  HMMM,   – atypisch, wieso atypisch ?

    Da zahlt einer  48.206 DM an eine zwischen-geschaltete Gesellschaft zur Vermittlung eines Doktorvaters, sowie für die Vorbereitung auf eine Seminararbeit   – und für Forschungsarbeiten, Erstellung einer Themenliste,   – Erstellung des Manuskriptes   – sowie für weitere Dienstleistungen.

    ==> Holla, denke ich und lese weiter … 

    Langsam

    Der Steuerpflichtige konnte sogar belegen das seine Anstellung und Prokura nur erfolgte unter der Bedingung er würde Doktor. Also ein Muss für Ihn ?!!

    HMM Hmm

    In der Urteils-begründung finde ich:

    „Die Entscheidung … wird im Kern durch die tat-richterliche Wertung getragen   – für den beabsichtigten Erwerb des Doktortitels sei die Zahlung des vereinbarten Entgelts   und nicht für die eigene wissenschaftliche Leistung im Vordergrund gestanden;   – das Führen des angestrebten Titels sei durch persönliche Beweggründe zumindest mitbeeinflusst, weshalb die Vorschrift § 12 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes greife.“

    Also ==> Kosten die die wirtschaftliche und gesellschaftlich Stellung des Steuerpflichtigen mit sich bringt    – die sind nicht abzugsfähig,   

       – auch   – wenn sie zur Förderung des Berufs oder der Tätigkeit des Steuer-pflichtigen erfolgen! 

    Poaah  aber echt denke ich …

    …  hier geht’s doch die ganze Zeit um Fortbildungskosten,

        – also worum,     – um  die Vertiefung der eigenen Kenntnisse die der   Erwerbung,   Sicherung   und Erhaltung  seiner Einnahmen dienen sollen.

    Von wegen Fortbildung und Vertiefung seiner EIGENEN Kenntnisse.

    Nee   – der lässt schreiben    – und bleibt so schlau wie vorher !!

    Nix da, Betriebsausgaben â Kosten der privaten Lebensführung ânicht abzugsfähig also !!

    Ach,     – Du mein lieber Mandant Scholli,   – wie sag ich’s Dir ???

    Etwa ….

    ==> Und der Rat von der Geschicht,

          lerne was   – und promoviere nicht  ??      oder

    Fortbildung, Bildung    – egal

    Einbildung is auch ne Bildung  ?  

    Ich bin völlig hilflos !     

    Horst Hilf-LOS,   GUTEN ABEND

    ==>  TIEFE VERBEUGUNG 

    Auftritt   Veranstalter   —  Beifall spendend  :

    Vielen Dank

    Horst Hilf-LOS    alias  Jochen Stade

    Für die tieferen Einsichten ins Steuerrecht.

    In diesem Fall war ja vielleicht mal  das Steuerrecht gerecht !?

    Wenn gewünscht

    Frage an Stade

    Wird man als Steuerberater automatisch Komiker ?

    Oder / und

    Macht Ihnen Ihr Beruf eigentlich noch Spaß ?

    Bewusste Tat ==> Steuerhinterziehung prüfen / Steuerordnungswidrigkeit (=leichtfertige Steuerverkürzung)

    FA kriegt’s raus: § 173 Abs. 1 AO â nachträgliches Bekanntwerden neuer Tatsachen + Beweismittel  â kann zu ungunsten ändern !!

  • Dolce f..

    Muße

    „Dolce far niente“ hieß die kleine mallorquinische, aus dem Boden gestampfte, Feriensiedlung. Eine Anlage mit kleinen Bungalows auf einem weitläufigen Terrain. Bei der Ankunft, beim Einchecken, fragte ich an der Rezeption was das denn wohl hieße. Der Mann hinter dem Counter hatte keine Ahnung. Er frug die weibliche Empfangsdame neben sich. Wieder nichts. Verwundert sah ich meine Mutter und meinen Vater an; mein Bruder war noch zu klein, ihn mit einzubeziehen. Meine Mutter bestätigte meine Vermutung, es sei italienisch. Muss wohl was mit Süßem und Nichts zu tun haben. Ich muss wohl fünfzehn oder sechzehn gewesen sein.

    Die Redewendung war fortan eingepflanzt in mir. Das süße Nichtstun! Noch heute Frage ich mich, kann nichts tun, süß sein? An allen Ecken und Enden spürt man die Notwendigkeit etwas zu tun, Verantwortung zu übernehmen, sich mit Zukunft zu beschäftigen oder jemandem hilfreich zu sein…

    Auch jetzt wieder. Wolltest du nicht die alten Matratzen in den Keller schaffen?

    Muss man sich für Muße Platz schaffen? Kann man nicht einfach mal auf dem Balkon in die wundervolle Wintersonne schauen? Mir fällt gerade in der Küche an meinem Frühstücksplatz das Vakuumiergerät in die Augen, was ich für den sensationellen Preis von 17,99€ bei Aldi kaufte. Das musste ich einfach haben.

    Vor Jahren war ich mit meiner Frau an einem verlängerten Wochenende auf Wandertour im Teutoburger Wald. An einem lauschigen Sommerabend auf der Terrasse eines Hotels, nach dem Aperol-Spritz musste, kurz vor dem Küchenschluss, was zu essen her. Ein Gericht fiel ins Auge. Ich wollte es einfach wissen. Wie das schmeckt das? Ich hatte zuvor googelt. Sous-vide-Garen. Das ist Jahre her.

    Mir geht’s oft wie bei kleinen Kindern. Selber. Wann koche ich es so selbst? Und kann ich diesen Geschmack von vor Jahren nachspüren. Nicht, dass ich sowas nicht bereits schon mal wieder woanders gegessen hätte. Nein, ich will’s selber machen. Na gut, es steckt auch viel von der damaligen Atmosphäre im Gericht.

    Immer wieder wartet man. Jetzt auf die 100, denn beim Laden meines Handys bin ich erst bei 99%. Dann geht’s auf den Balkon. Da habe ich Ruhe. In der Wintersonne bin ich bei mir. Bei einem Cigarello, Moods Gold. Natürlich mit “C“ und Gold kommt mir immer wieder der Buchtitel von Richard David Precht in den Sinn, Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?

    Luftikus

    Bruder Leichtfuß

    Pfiffikus

    Spieler

    Sonntagskind / Träumer

    … so in dem Dreh?

    Das triffts wohl, alles zusammen (!) am ehesten. Obwohl der Tiefgang fehlt in den Labels.

    Ich, ein Spieler; vielleicht?

    – Der spielende Mensch, der durch das Spiel Kultur schafft und sich entfaltet, losgelöst von reinem Nutzen oder Zwang, und so zur vollen Menschlichkeit findet, wie Friedrich Schiller es formulierte: „Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt“. Es geht um einen Zustand der intrinsischen Motivation, Freiheit und Konzentration, in dem das Leben selbst als ein großes Spiel mit existenziellen Aspekten ist. –

    Das hat mir sehr gefallen!