Sie ist die die niemals Klopapierrollen in die Halterung steckt. Sie kocht wie eine Sterneköchin. Danach sieht’s aus wie auf einem Schlachtfeld. Sie sagt sie beseitige das Schlachtfeld immer selber. Stimmt nicht, das mache ich schon währenddessen. Ob sie es bemerkt?
Sie guckt mich hintergründig-liebevoll an und drückt damit aus „Meiner“ (also ICH). Ich könnte sie jederzeit und an jedem Ort liebkosen. Das merkt sie.
Sie gefällt mir. Selbst dann, wenn sie mal wieder ihren Haustürschlüssel sucht. Stress kennt sie beim Machen nicht. Klappt es allerdings nicht läuft sie zu Hochform auf. Und das bei ihrem westfälischen Temperament. Ich bin Rheinländer. Eigentlich kaum aus der Ruhe zu bringen. Aber Sie ist eine echte Aufgabe. Temperamentsausbrüche sind eher meins. Emotional auf der Nulllinie zu leben liegt mir nicht. Damit werden ihre Grenzen erreicht.
Sie sagt, sprich mich nicht an, ich habe meinen zweiten Kaffee noch nicht auf. Ich hingegen bin auf der Bettkante schon voll auf Sendung.
Die Assoziationen sprießen dort schon wie Unkraut.
Multitasking ist nicht Ihr Ding.
Denke immer an den Kabarettisten Jürgen Becker. Der brachte mal den Spruch, Rheinland und Westfalen das ist fürchterlich. Aber es geht!
Liebe ist eben irrational.
Wenn wir etwas sehen oder erleben gibt es häufig ein Statement. Von wem auch immer. Die Beschreibung fällt heute auch nach 39 Jahren oft so aus, dass wer auch immer es sagt, der andere es durchaus auch gesagt haben könnte. Stunden später ist es nicht mal mehr klar wer von uns beiden es sagte.
Anträge verboten sich. Wir sind Post-68er. Wer wem bedeutete wir heiraten, ist bis heute unklar. Es war folgerichtig. Ich hatte schlicht keinen Bock darauf um meinen Sohn vor dem Jugendamt kämpfen zu müssen, sollte Ihr mal irgendetwas zustoßen.
Wir sind uns sehr nah. Unsere Interessen oder Empfindungen ähneln einander.
Jedoch alte (Ehe)Paare neigen dazu persönliche Entscheidungen auch für den anderen direkt mitzutreffen. Das kann Sie gut! Habe ich gelegentlich Einwände, muss ich darauf hinweisen, dass Ich nicht Sie bin.
Ich bin selbstständig. Das bedeutet, ich muss mir um die Befindlichkeiten der Leute die ich mitnehmen will Gedanken machen. Das braucht sie nicht. Trifft sie Entscheidungen und steht dazu wie eine Eins.
Alte Leute sind gelegentlich etwas entschiedener.
Ich denke immer an die Marketenderin bei Bertolt Brecht, die von dem Soldaten, der sich vom Obergefreiten geschuhrieglet wurde, gefragt wird wie er sich entscheiden solle. Sie fragt ihn, hast du eine kleine oder hast du eine große Wut.
Ist es für mich nicht lebensentscheidend habe ich beschlossen -halt die Klappe- damit „kann ich“; Punkt!
Alle Paartherapeuten und Psychologen sagen Beziehungen halten, wenn einer/eine tendenziell nachgibt.
Das kann ich. Ich bin Löwe.
Alles sowieso meins!

