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  • An:  steueramt@stadt.wuppertal.de

    Betreff: Kassenzeichen: 68726520 + 68726033; Grundabgabenbescheide vom 28.01.2022

    Sehr geehrte Damen und Herren, 

    die beiden Verwaltungsakte sind sicherlich nicht (!) nichtig, weil unzweifelhaft klar ist wer mit „Frau Joachim Stade“ gemeint ist;  nämlich ich, Joachim Stade. 

    Frau ist von Ihnen bestimmt kundenorientiert und freundlich gemeint, im Sinne „Frau sei die bessere Hälfte“. Meint ja meine Frau auch gelegentlich von mir. Soweit, so gut. 

    Bei „Herr“ fühle ich mich auch nicht so richtig angesprochen, weil ich nicht weiß ob ich das „verdient“ habe, da Sie mich doch nicht kennen.

    Ich bin auf jeden Fall, anatomisch gesehen, männlichen Geschlechts. Manche reden bei mir von einem Mann. Semantisch gesehen halte ich das in Bezug auf mich für problematisch, da, sooo „kernig“ bin ich auch wieder nicht. Das käme aus der falschen Ecke. 

    Sie können mich ja künftig unisex – sozusagen im Verbund – ansprechen, als „Frau/Mann“, oder „Dame/Herr“. Oder, Sie schreiben nix. Da könn‘ Se auch nix falsch machen, woll. 

    Auf jeden Fall akzeptiere ich die Bescheide, wie auch in den Vorjahren. 

    Machen Sie was draus. Ich bin gespannt. 

    Mit launigen Grüßen, Ihr 

    Joachim Stade

    Die Antwort -hab ich nicht mehr- war förmlich und in Teilen entspannt und launig. Hatte ich denen nicht zugetraut ….

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  • an mich

    Lieber Jo,

    angeregt durch Deine kreativen Schreibstücke, fiel mir mal dieses ein:

    Wie hältst Du es?

    Haltung

    Mithalten – vielleicht

    Gehalten sein

    Durchhalten – manchmal

    Aushalten – nein

    Anhalten

    Zueinander halten.

    Ich halte Dich.

    Du hältst mich.

    Ich fühle mich gehalten.

    Hältst Du es mit mir aus?

    Was hältst Du von mir?

    Ich halte viel von Dir.

    Du hast eine Haltung.

    Ich hab eine Haltung.

    Wir zeigen Haltung.

    Wir teilen unsere Haltung.

    LG Karin

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  • Giorgio

    Wir kamen in das Ristaurante, wo wir schon lange nicht mehr waren. Ein sehr kleines Lokal, italienisch, nicht überladen, eng aber gemütlich. Unsere Freunde hatten es ausgesucht. Es war ziemlich voll, aber wir hatten ja einen Tisch bestellt, der uns nicht sofort auffiel.

    Setzen Sie sich, wo sie wollen, sagte er uns und bedeutete dies mit einem kleinen Schulterzucken und einer sparsamen Handbewegung. Giorgio geleitete uns zu schließlich zu einem Sechsertisch, obwohl wir nur viert waren. Irgendwann nahm er die überzähligen Teller und Gläser an sich. Alles geschah wie nebenbei. Jetzt war es unser Tisch.

    Giorgio war ein ziemlich langer Italiener, so um die 60, mit einer sparsamen fast eleganten Körpersprache.

    Nachdem wir Wein und Bier bestellten, kam er nach einer gewissen Zeit und servierte. Er stellte jedes Glas, zwei Pilsgläser und ein größeres bauchiges volumigeres Landbierglas und mein Weißweinglas auf den Tisch. Alles mit einem fast nicht wahrnehmbaren dumpfen Plumps. Sie landeten so plan auf dem Tisch, dass sie nicht holpernd von einer zur anderen Glaskante standfest auf dem Tisch landeten. Dies gelang ihm so gerade, wie wenn man in einer Show mit einem Riesenbagger ein kleines Glas hundertprozentig exakt, als wenn man dafür Punkte verteilt bekäme. Dieser Mann wusste was er tat; alles mit einer zurückgenommenen Selbstverständlichkeit. Keine Nuance seiner Bewegungen war zu viel. So ging er auch.

    Beim Servieren des Essens das Gleiche. Mit einer minimalen Bewegung drehte er die Teller bei jedem Gast. Die Optik perfekt. Obwohl selbst nicht Chef, was er mal nebenbei erwähnte – es waren seine (!) Gäste.  

    Vor unserem Aufbruch, bei der Abrechnung fragte er ob er die Rechnung teilen solle, oder wir zusammen bezahlen wollten. Geteilt nach Paaren war unsere Entscheidung. Er kam dann mit dem Kassenausdruck für alle und einem kleinen Handrechner. Dies hatte ich noch nie gesehen, denn die Kellner kommen dann normalerweise mit einem Kuli und teilten die Rechnung auf oder machen alles im Kopf. Er nicht. Er tippte auf Nachfrage die jeweiligen Gerichte und Getränke  in sein Ding.

    Unser Freundespaar, bzw. Gabi, bezahlte. Dann, so erwartete ich, hätte er uns für den Rest zur Zahlung aufgefordert. Nein, er tippte wieder alle einzelnen Beträge für uns, die wir verzehrt und getrunken hatten, in seinen Rechner.

    Schließlich wurden wir von ihm jeder entweder mit einem freundschaftlichen Blick oder einem kleinen, bei den Männern, unaufdringlichen Klaps verabschiedet.

    Draußen, nach einigen Minuten vor den Autos, fiel auf, als unser Freundespaar noch mal nachdachte, ob sie alles bezahlt hätten – Gabi hatte bezahlt – Udo war aber nicht dabei. Er hatte nicht alles erfasst. Das einfachste für Giorgio wäre gewesen die Einzelsummen mit der Gesamtsumme des Kassenbons zu vergleichen. Hatte er nicht gemacht.

    Er hatte keinen Zweifel was er tat.

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  • Biopic; Plot

    Sie strahlen 

    wollen sich nicht verraten 

    und doch kann es jeder sehen 

    sie sind so bei sich

    können sich einander verschenken 

    sie wollen einander gehören 

    nicht besitzen 

    niemandes Eigentum 

    sie wurden freie Menschen 

    alle Schranken weggeschmissen 

    sie ist reich

    wenn auch nicht gewöhnlich 

    sie haben sich gefunden 

    wenn auch gebunden

    kann denn ihre Liebe Sünde sein

    lange hatte es gebraucht 

    sie suchte einen Mann

    der Ihr wirklich geben kann

    er spürte immer etwas

    das Zarte wurde duch den Kopf erstickt

    so frei wie Pubertierende 

    als ginge der Vorhang auf 

    auf ihrer Bühne

    ist er der Clown, sie Dopteuse.

    Biopic; Herr S. und Frau M.- Der Film

    künstlerisch besonders wertvoll 😉

  • Fühlen

    Lange Nächte 

    Gedanken 

    Träume mit Dir

    tragen 

    Fühlen 

    Gegenwart spüren 

    durch Dich 

    Fühlen

    spüren mit Dir

    Sein

  • Pathos

    Wie geht das?
    Wie muss es sein, damit es genügt?
    Unvorhergesehen?
    Ist das Glück?
    Sich schutzlos zu machen,
    loszulassen und hinzugeben –
    sich im Moment beschützt fühlen zu dürfen, zu empfangen –
    im Äußersten?

    Wie geht das?
    Wie muss es sein, damit es genügt?
    In der Kunst?
    Sich schutzlos zu machen,
    loszulassen und geben –
    im Äußersten?

    ,
  • Besser

    Ich will da runter
    egal wie steil es ist
    egal welche Hindernisse ich ausmache
    egal ob meine Möglichkeiten genügen
    ich will Dich erreichen
    – mein Ziel
    ich will es

  • Quell

    Aus Deinem Quell will trinken 

    mich an Deinem Elixier laben

    manchmal sprudelt es

    es spendet etwas, das mich lebendig macht – Leben bedeutet 

    ich brauche es reichlich 

    ich hoffte, ich könnte Dich ebenso beschenken 

  • WENN …

    Wenn die Spinnereien wieder da sind 

    wenn sich das lustvolle Chaos ausbreitet – die Ideen kommen 

    wenn ich wieder Luftlöcher gucken kann

    wenn ich mich wieder ausdrücken kann 

    wenn wieder Bilder im Kopf entstehen 

    dann „sehe“ ich Dich 

    wenn das plötzliche Heulen wieder da ist 

    wenn ich wieder hungrig auf Neues bin 

    dann leuchtet alles

    die Farben changieren 

    dann kann ich wieder loslassen – mich hingeben – nur genießen 

    ich will fühlen – nicht ordnen 

    dann spüre ich mich – Leben 

    es ordnet sich von selbst – irgendwann 

    Jetzt – die Zukunft hat Zeit

  • Fußball

    Bei den Spielen der deutschen Nationalmannschaft habe ich nie verstanden wofür das gegnerische Tor gut. Es ist ja ein empathischer Zug ein eigenes Tor aufzustellen.

    Der Strafraum gegenüber dem eigenen Tor steht wohl unter Strafe. Da dürfen die nicht rein. Die halten sich offenbar dran. 

    Mir wäre das egal. Frei nach dem alten Spontispruch: legal, illegal – scheißegal. 

    Ein bisschen Kitzel muss sein. Ich würde sogar hinterher duschen gehen. Dann kann man sich ja immer noch die Haare schön machen.

    Die Länder mit einem ausgeprägten Machismo sind eindeutig besser. Warum ist das so, kulturhistorisch  betrachtet? Die Deutschen haben wohl das Buch von Margarete Mitscherlich „Die Zukunft ist weiblich“ zu sehr verinnerlicht; aber im Sport?

    Jogi Löw hat eine große Zukunft als Werbeikone für Nivea und Haarspray !

    Frei nach „Ina Deter“: Neue Männer braucht das Land !

    Fragt sich nur, welche  ?